Jedes Gemälde eine Vorstellung von Musik.

Charles

Lagendijk

Fotografie Eike Michler
Biografie

Schon in jungen Jahren weiß Charles, dass er Künstler ist.

Das steckte von Kindheit an in mir. Meine ersten kleinen Arbeiten haben meine Eltern zum Glück aufbewahrt. Ich sah die Dinge mit einem ganz anderen Blick als andere Kinder meines Alters.

Schon früh geht er seinen eigenen Weg und tut alles Mögliche, um seine Kreativität zu entfalten. Er malt Bilder aus den Kunstbüchern seines Vaters nach und erhält Klavierunterricht von Fräulein Voorn, die ins Haus kommt, um seiner Schwester Blockflötenunterricht zu geben. Das hält er jedoch nur ein paar Jahre durch. Er verabschiedet sich vom Musikunterricht der Lehrerin und streift stundenlang durch die Dünen, um Inspiration zu sammeln – sowohl für die Malerei als auch für die Musik.

Als Jugendlicher arbeitet er auf verschiedenen Käsemärkten im Land; die vielen Dialekte klingen ihm wie Musik in den Ohren. Später arbeitet er in der Gemüseabteilung eines örtlichen Supermarkts. So entwickelt er seine Liebe zur Küche. Für Charles ist auch Kochen eine Form der Kunst. Nicht nur aus dem Gemüse selbst, sondern auch aus dem Gericht kann Charles etwas Schönes machen.

1985

Kreta

Mit 24 Jahren zieht Charles auf die griechische Insel Kreta. Zunächst arbeitet er als Barpianist, doch das bringt ihm zu wenig ein, und durch eine seltsame Fügung des Schicksals wird er als selbstständig arbeitender Koch in einem griechischen Restaurant eingestellt. Abends bewirtet er ganz allein 40 bis 60 Touristen. Tagsüber schwimmt, angelt und … malt er.

„Ich habe gelernt, mit dem umzugehen, was mir begegnete, und etwas daraus zu machen.“

Diese positive Haltung möchte Charles auch in seinem Werk vermitteln, und das ist der wichtigste Grund, weshalb er von der figurativen zur abstrakten Malerei übergegangen ist und schließlich eine eigene Form entwickelt hat.

„Ich möchte keinen fest umrissenen Rahmen, sondern dem Betrachter jedes Mal eine andere Geschichte erzählen. Eine Geschichte, die dem Betrachter ein frohes Gefühl schenkt.“

Nach einem ereignisreichen Jahr auf Kreta kehrt Charles in die Niederlande zurück. Hier übernimmt er verschiedene Jobs, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, vor allem aber, um weiter malen und komponieren zu können. Vom Barkeeper zum Kneipenwirt und vom Taxifahrer zur Reinigungskraft in Bankgebäuden. Alles im Dienst der Kunst.

Obwohl diese Jobs genug Geld einbringen, findet Charles darin keine Erfüllung. Er beschließt deshalb, Klavierunterricht zu geben, wofür er als Autodidakt eine Ausbildung in Musiktheorie absolviert hat.

Die Musik bleibt schließlich seine größte Inspirationsquelle. Für ihn ist jedes Gemälde eine Vorstellung von Musik. Er denkt sorgfältig über Form, Komposition, Farbe und Textur nach und sucht dabei nach Harmonie und Melodielinien in der Musik und in Landschaften. Was man in der Musik hört und was einen berührt, versucht er auch in seinen Gemälden zu vermitteln. „In ein Gemälde muss man sich verlieben, dann wird es einem seine Geschichte erzählen“, sagt Charles.

Dank der Komposition großer, abstrakter, farbenfroher Gemälde und mit Unterstützung des Künstlerehepaars Toth Varju von der Galerie De Boog entwickelt sich Charles zu einem erfolgreichen Maler.

Seit den 1990er-Jahren stellt Charles häufig aus. Er wird von verschiedenen Galerien vertreten und von Galerien in Barcelona und Luxemburg eingeladen. Krönung seiner Ausstellungstätigkeit ist eine Einladung zur Biennale in Florenz.

Das 21. Jahrhundert

Fotografie Eike Michler

Seit Beginn dieses Jahrhunderts organisiert Charles gemeinsam mit einigen Künstlern in IJsselstein den „offenen Kunstsonntag“, an dem spazierende Besucher die verschiedenen Künstler kennenlernen können, die an der Walkade in IJsselstein wohnen. Der zugängliche Charakter dieser Kunstsonntage hat so manchen Spaziergänger zum Kunstliebhaber gemacht.

Seit Beginn dieses Jahrhunderts organisiert Charles gemeinsam mit einigen Künstlern in IJsselstein den „offenen Kunstsonntag“, an dem spazierende Besucher die verschiedenen Künstler kennenlernen können, die an der Walkade in IJsselstein wohnen. Der zugängliche Charakter dieser Kunstsonntage hat so manchen Spaziergänger zum Kunstliebhaber gemacht.

Fotografie Eike Michler

Das Komponieren betreibt Charles all die Jahre ausschließlich für sich selbst, denn wer wartet schon auf noch einen weiteren Komponisten?

Und dann bittet ein aufstrebendes Talent der Filmregie Charles, die Musik zu seinem ersten Film zu komponieren. Ein spannender Prozess, aus dem ein besonders schönes Musikstück hervorgeht und der Charles zu dem Entschluss bringt, es nun wirklich zu wagen. Neben der Filmmusik komponiert er verschiedene Musikstücke, von denen einige auf Spotify zu hören sind und einige von verschiedenen Musikern aufgeführt wurden.

Seit 2018 wohnt Charles in Drenthe. Dort lebt er mit seiner Frau auf einem kleinen Bauernhof am Rand des Dwingelderveld. Es gefällt ihm dort so gut, dass er ein Atelier baut, in dem er komponieren und malen kann. Das Werk von Charles ist an verschiedenen Orten zu sehen.

Fotografie Eike Michler

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